Die aktuelle Information der khd-Blog:
Prüfstein Lichterfelde-Süd
Behörden vermieden Natura-2000-Schutzgebiet /
Maßvoller Wohnungsbau am Rand erwünscht /
Investor Groth besteht auf massiver Bebauung mit Naturzerstörung
BERLIN 1.1.2015 (khd). Auch
im 2. Halbjahr 2014 war keine Zeit übrig fürs Schreiben neuer Blog-Artikel, obwohl es an
Themen nicht mangelte (unendliche Finanzkrise mit nun 0 % Zinsen, Euro-Krise, Kriegspolitik von
Idioten, Lebensmittel-Skandale usw. usf.). Das wird sicher auch in diesem Jahr kaum anders sein,
zumal das Problem mit der verfehlten Stadtplanung in Lichterfelde-Süd in eine vielleicht
entscheidende Phase tritt. Deshalb soll hier noch einmal erklärt werden, warum es bei dieser
Stadtplanung in Lichterfelde-Süd geht.

Lichterfelde-Süd nur am Nordrand bebauen!
BERLIN-LICHTERFELDE 1.1.2015 + 5.4.2015 (khd).
In Lichterfelde-Süd müssen unbedingt neue Wohnungen gebaut werden.
Das wünschen sich Bürger dort schon seit vielen Jahren, auch um
dadurch den gesamten Sozialraum durch bessere Versorgungseinrichtungen
(u.a. lokale Einkaufsmöglichkeiten) zu stabilisieren. Diese Süderweiterung der
Thermometer-Siedlung sollte sehr behutsam längs der Réaumurstraße erfolgen.
Aber es kam dann 2012 anders, als der Immobilien-Entwickler
Groth-Gruppe auftauchte.
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Um dieses große Areal von ca. 110 ha in Lichterfelde-Süd geht es.
Vergrößerung per Klick.
(Grafik: 2010 khd) |
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Diese Berliner Groth-Gruppe hat im Sommer 2012 den größten Teil (rund 96 Hektar) des
Geländes südlich der Thermometer- Siedlung gekauft, das bis 2006 noch der öffentliche
Hand (Bahn) gehörte. Darin enthalten ist der frühere US-Truppenübungsplatz
Parks Range (etwa 56 ha) . Die Groth- Gruppe plant eine massive Wohnbebauung in der
Form einer Hybrid City (so die Sprachkünste des Investors) sowie im Süden eine
weitgehend naturbelassene Grüne Mitte, was der angetroffenen Natur nicht gerecht
wird. Dabei handelt es sich nicht um eine simple Entwicklung irgend einer Stadtbrache.
Wir befinden uns hier vorwiegend im per Gesetz (§ 35 BauGB) geschützten
Außenbereich Berlins, an der Landesgrenze zu Brandenburg. Der größere
(südliche) Teil des Areals war noch nie bebaut. Und so haben sich hier über Jahrzehnte
wertvolle und einzigartige Naturflächen (Biotope, Habitate von FFH-Arten) entwickelt. Dazu
haben die militärische Nutzung des Südteils
(Parks Range)
sowie die spätere Beweidung mit Pferden durch den Holderhof beigetragen.
Mindestens seit dem Jahr 2000 ist bekannt, dass wir es in Lichterfelde-Süd mit
außerordentlich vielen Rote-Listen- Arten sowie viele nach
Europa-Recht seit 1992 (!) sehr streng geschützte
Tier- und Pflanzen-Arten
(FFH-Arten) zu tun haben. Die enorme Arten- und Biotop-Vielfalt
hätte daher eine Anmeldung des größten Teils des Areals als
NATURA-2000-Gebiet (besonderes Schutzgebiet nach EU-Recht) nahegelegt, was aber
die Berliner Naturschutzbehörden vermieden haben, um die damals angelaufene naturzerstörende
HABERENT-Planung von Tausenden Wohnungen nicht zu stören.
Die nun seit Ende September 2014 bekannten neuen
Investor-Pläne, die ab 2016 den Bau von rund 2.500 Wohneinheiten
vorsehen, bedeuten sehr massive Eingriffe in die ganz besonders wertvollen
Naturflächen (Biotope, Habitate), was nicht hingenommen werden darf. Das muß auf ein
wirklich vertretbares Maß (etwa 1620 ha) zurückgeführt werden, wie das der
Bürger-Antrag (Bürgerbegehren) vorsieht.
Es geht insgesamt ums Erreichen einer naturfreundlichen und sozialen Stadtplanung.
die den Menschen gerecht wird , nicht den Interessen eines Investors. Die
Bürgerinitiative hatte im bisherigen Planungsprozess dazu eigene wegweisende
Forderungen formuliert [Ed-26.4.2015: Link aktualisiert].
Aber obwohl es seit dem
Sommer 2012 etliche Gesprächsrunden (Dialoge und Workshops) gab, wurde bislang kein
einziger der wohldurchdachten Bürger-Vorschläge in der Planung
berücksichtigt.
Und so ist es folgerichtig, jetzt die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk
zu befragen, was sie von der naturzerstörenden und
unsozialen Stadtplanung für Lichterfelde-Süd halten.
[Zum Unterschreiben des Bürgerbegehrens]
[Aktuelle Infos zu Lichterfelde-Süd]
In eigener Sache:
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Aktueller Hinweis:
W a r u m L ü c k e ?
Im ersten Halbjahr 2014 benötigte das Portal
pruefstein-lichterfelde-sued.de
meine volle Aufmerksamkeit. Deshalb konnten für diese Seite
des khd-blogs keine neuen Beiträge recherchiert werden.
Aber die vielen
Dokumentationen, Berichte und Kommentare
zu dieser naturzerstörenden Stadtplanung in Berlin-Lichterfelde
sind die Fortsetzung meiner Bloggerei.
khd (Editor) 1.7.2014 00.20 GMT
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Natur nur Gedöns?
Kritik am Bundes-Naturschutzgesetz von 2009 /
FFH-Arten nicht ausreichend geschützt
BERLIN 16.2.2014 (khd).
Manche sagen, wir hätten ein gutes Naturschutzrecht. Aber stimmt das? Schauen wir mal auf den
Artenschutz. Seit Ende der 1980er-Jahre stellten europäische Wissenschaftler einen Katalog von
Tier- und Pflanzen-Arten zusammen, die des ganz besonderen Schutzes bedürfen. Dieser fand 1992
Eingang in die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
(FFH-Richtlinie 92/43/EWG). Die Richtlinie sieht einen strengen Schutz für
die in Anhängen aufgeführten Arten vor und muß von den Mietgliedstaaten in
Landesrecht umgesetzt werden.
Aber erst 17 Jahre später im Jahr 2009 gelang es der Bundesregierung (1. Große Koalition
unter Merkel) mehr oder weniger , alle in der EWG bzw. EG bzw. EU seit den
1970er-Jahren erlassenen Richtlinien zum europäischen Naturschutz im
BNatSchG
2009 zu berücksichtigen. Dabei sollen auch alle Vorschriften der
FFH-Richtlinie von 1992 eingearbeitet worden sein, was sich aber nicht schnell
erschließt. Insofern ist der Rückgriff auf den klaren Text der FFH-Richlinie
vorzuziehen, zumal im Zweifelsfall die EU-Richtlinie unmittelbar geltendes Recht darstellt.
Auch nach mehrfacher Gesetzes-Lektüre drängt sich der Eindruck auf, daß die
Artenschutz- Bestimmungen des BNatSchG noch immer nicht ganz EU-rechtskonform sind. Diese in
Deutschland umstrittene FFH-Richtlinie war sogar Gegenstand von gleich 3
Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland (Urteile:
C-38/97, C-71/99, C-98/03 von 2006), die Deutschland alle vor dem EuGH verlor. Um so mehr
verwundert es, daß es in der Praxis noch 2012/13 große Schwierigkeiten bei der Umsetzung
von EU-Recht gibt, wie die Bauleitplanung für
Lichterfelde-Süd zeigt. Wie konnte es sonst zu diesem Letter of
Intent mit einer ad-hoc vereinbarten hohen Bebaubarkeit von 39 Hektar kommen, obwohl manche
der dort vorkommenden FFH-Arten bereits seit den 1980er-Jahren beim Amt aktenkundig bekannt sind?
Für viele Politiker ist Natur halt nur Gedöns...
SEPA vergewaltigt Bankkunden
Überweisungs-Formulare menschenverachtend und nicht behindertengerecht /
Scheckzahlung ein Ausweg
BERLIN 3.1.2014 (khd).
Wir wissen inzwischen sehr genau, daß es der EU bislang nicht gelungen ist, die Banken
sicherer zu machen sie an die ganz kurze Regulier-Leine zu legen. Auch anderes läuft
nicht so, wie sich das Bankkunde Otto Normal wünscht. Seit über einem Jahrzehnt bastelt
man in Europa an einem einheitlichem Verfahren für Geldüberweisungen: Es heißt
SEPA (Single Euro Payments Area) und wird nun zum 1. Februar 2014
europaweit eingeführt. Aber dieses technokratische Monster wird noch reichlich Ärger
bereiten, denn es erschwert u. a. das handschriftliche Ausfüllen eines simplen
Überweisungs-Formulars besonders für ältere und (seh-)behinderte Menschen. Es
ist nicht barrierefrei.
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Alle Computerei hat sich den Menschen
anzupassen und nicht umgekehrt!
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1. Hauptsatz der Informations-Technik
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Ab Februar 2014 verschwinden die alten (kurzen!) Konto-Nummern und werden durch die IBAN (International Bank Account Number) ersetzt, die
hiezulande 22-stellig ist. Außerdem wird eine neue internationale Bankleitzahl BIC
(Business/Bank Identifier Code, auch als SWIFT-Code bekannt) eingeführt, die 11-stellig als
Hieroglyphe daherkommt. Damit sollen Überweisungen in Europa (auch im Inland) schneller
und billiger ausgeführt werden können, wird behauptet. Aber erst muß die
Branche um die 10 Mrd. Euro aufbringen, um das SEPA-Monster zum Laufen zu bringen.
Arbeit auf Bankkunden abgewälzt
Zwar ist eine Vereinheitlichung des Geldtransfers durchaus zu begrüßen, zumal mit SEPA
auch einige Dinge aus Bankkundensicht wesentlich besser geregelt werden wie zum Beispiel das
Lastschriftverfahren. Aber wenn die SEPA-Vorschriften verlangen, daß auch
Inlands-Überweisungen
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Was soll der Scheiß?
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Diese Frage stellte DER SPIEGEL im November 2013 (Heft 48/2013) zur
SEPA-Anwendung im Inland.
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nach dem SEPA-Schema mit 11-stelliger BIC (neue Bankleitzahl vom Hieroglyphen-Typ) und 22-stelliger
IBAN (neue Konto-Nummer) ausgefüllt werden müssen, dann ist das kontraproduktiv und eine
pure Schikane eine völlig unnötige Vergewaltigung der Bankkunden. Denn nur etwa
0,5 % der täglich in Deutschland anfallenden 59 Mio. Geldtransfers gehen ins Ausland, die
anderen 99,5 % bleiben im Lande. Außerdem ist es kein Problem für Computer bei den
Banken, aus den bisherigen Angaben (BLZ + kurze Konto-Nr.) on-the-fly die volle SEPA-Form zu
ermitteln. In der noch bis Ende Januar 2016 geltenden Schonfrist soll auch so verfahren werden
warum also nicht immer so kundenfreundlich?
Der Autor konnte bereits eine erste Erfahrung mit dem SEPA-Unfug bei Inlands-Überweisungen
sammeln: Die Deutsche Telekom lieferte schon mit der November-Rechnung ein solches
SEPA-Überweisungs-Formular, in dem noch die eigene IBAN handschriftlich nachzutragen war. Und
prompt kam es wg. der zwar korrekt eingetragenen IBAN, aber nicht ganz genau in die 22
Kästchen (bislang gab's nur 10!) positionierten 22 Zeichen, zu einer Abweisung der
Ausführung offensichtlich halfen der PostBank auch die beiden Prüfziffern nicht.
Erst mit der Mehrarbeit einer Zweit-Überweisung herkömmlicher Art gelang der
Geldtransfer.
Verstoß gegen Informatik-Hauptsatz
Jeder theoretische Informatiker weiß, daß die Fehlerrate beim Abschreiben von langen
Nummern ansteigt, zumal wenn eine damit handschriftlich ausgefüllte Überweisung bei Banken
noch auf völlig unzulänglich programmierte optische Belegleser trifft, die keine
Zeichenerkennung nach dem Stand der Algorithmen-Technik beherrschen.
Zwar ist aus technischer Sicht die 33-stellige Codierung eines Bankkontos (oder auch eines
Sparbuchs) zur eindeutigen Identifizierung angemessen, aber damit muß Otto Normal nicht
behelligt werden, der hauptsächlich nur Inlands-Überweisungen vornimmt. Dabei reicht es
völlig aus, wenn das SEPA-Verfahren nur intern nach der Belegeinlesung auf der Bankenebene
benutzt wird.
Die SEPA-Macher und deren Förderer haben nicht genug nachgedacht, obwohl sie das nun schon seit
dem Jahr 2000 tun. Ganz klar: Man hat (was Otto Normal angeht) gegen das Grundgesetz der Informatik
(siehe: Kasten) verstossen. SEPA will, daß sich der
Mensch den Computer-Vorgaben anpaßt!
Gegenwehr per Scheck ist angesagt
BERLIN 6.1.2014 (khd). Otto Normal, der vielleicht alle 3 Jahre mal eine
Auslands-Überweisung braucht, will sich die SEPA-Vergewaltigung nicht gefallen lassen. Er
sinnt bereits über eine Gegenwehr nach, falls das SEPA-Verfahren für den Inlands-Gebrauch
nicht doch noch auf Dauer kundenfreundlich gemacht werden sollte. Er will dann Überweisungen
meiden und alles per Verrechnungs-Scheck an seine Gläubiger zahlen.
Ein Scheck-Formular kann immerhin sogar in ausgeschriebener Handschrift ausgefüllt werden
eine Norm-Blockschrift ist nicht erforderlich. Irgendwelche Konto-Nummern müssen dort
auch nicht eingetragen werden. Allerdings muß so ein Scheck per Brief zum
Zahlungs-Empfänger transportiert werden. Das Porto von 0,60 Euro [Ed: hm, sollte das
Briefporto nicht auch immer billiger werden...] wird Otto Normal gerne bezahlen
intelligenter Protest kostet halt auch etwas.
EU-Kommission unter Druck
BERLIN 9.1.2014 (khd). Wir Bürger haben immer wieder erfahren müssen,
daß die EU-Kommission nicht mit den allerbesten Politikern besetzt wird. Die EU-Länder
schicken allzuoft nur drittklassiges Personal nach Brüssel. Das hat natürlich Folgen beim
Durchdenken von Problemen in alle Richtungen zum Beispiel, welche Nachteile eine geplante
Maßnahme tatsächlich für die EU-Bürger bringt. Egal, ob es sich um die
Regulierung des Krümmungsradius von Salatgurken, das unsinnige Verbot von Glühlampen oder
jetzt die Art der SEPA-Einführung handelt, die "Brüsseler Hirnis" (Otto Normal) blamierten
sich stets total.
Nun droht großes SEPA-Chaos, denn hierzulande sind bislang nur rund 30 % der Firmen SEPA-fit.
Auch steht im Mai noch die Wahl zum Europäischen Parlament an. Und so gab heute (9.1.2014) der
zuständige EU-Kommissar Michel Barnier kleinlaut bekannt, daß der Start-Termin fürs
SEPA erst einmal um ein halbes Jahr auf den 1. August verschoben wird. Und das wird nicht die
letzte Korrektur bleiben, wenn erst der Bürger-Protest gegen den "Schwachsinn" im Wahlkampf so
richtig laut werden wird.
Mehr zum Thema:
[30.03.2012:
EU-Verordnung Nr. 260/2012 zu SEPA] (EU-Kommission)
[08.09.2012:
SEPA in Deutschland] (DEUTSCHE BUNDESBANK)
[30.10.2012:
Das SEPA-Regelwerk] (SEPA EUROPE)
[25.11.2013: Glosse:
DE70200000000020001585] (DER SPIEGEL 48/2013, Seite 67)
[31.12.2013:
Wirtschaft droht Kontoumstellung zu verschlafen] (DER TAGESSPIEGEL)
[10.01.2014:
Firmen zu langsam SEPA kommt später] (DER TAGESSPIEGEL)
[12.01.2014:
Warum ist die Kontoumstellung SEPA so schwierig?] (DER TAGESSPIEGEL)
Anderer Blick auf die Bundestagswahl
System-Fehler werden deutlich /
40 % der Wahlberechtigten nicht im Parlament vertreten!
BERLIN 27.9.2013 (khd).
Journalisten arbeiten heute allzuoft zu huschig, und so wird die (Wahl-)Systemfrage in den Medien
bislang kaum aufgeworfen. Dabei macht dieses sensationelle Bundestags- Wahlergebnis vom 22.9.2013 klar, daß es beim überkommenen
Wahlverfahren kaum bleiben kann. Gleich 2 Parteien scheiterten knapp an der 5-%-Hürde, was
nicht passiert wäre, wenn diese z. B. bei 3 % gelegen hätte. Die Regierungsbildung
wäre viel leichter und einsichtiger gewesen Schwarz-Gelb hätte weiterregieren
können, auch weil die SPD die Option Rot-Rot-Grün von vornherein auschloß.
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Das Ergebnis der Bundestagswahl vom 22. Sep. 2013 in einer etwas anderen Darstellung, die
die Nichtwähler und ungültgen Stimmen berücksichtigt. Die Gruppe der Nichtwähler
ist nach wie vor sehr stark. Gegenüber 2009 ist deren Anteil aber leicht zurückgegangen
(0,7 %).
In dieser Grafik sind die Stimmanteile auf alle Wahlberechtigte bezogen dargestellt. Die
Zahlen basieren auf dem vorläufigen Wahlergebnis. In den Andere sind auch die rund
1,0 % ungültigen Stimmen enthalten, denn diese Wähler wollten noch etwas anderes.
(Grafik: 25.9.2013 khd-research) |
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Natürlich ist es kaum vermittelbar, daß die Nichtabbildung von fast 16 % der
gültigen Stimmen durch Repräsentation im Parlament die Absolutmehrheitsgrenze auf rund 42
% runterdrückte. Es ist ein absolutes Unding, daß dann eine Partei die absolute Mehrheit
erreichen kann, für die aber nur um ein Drittel der Wahlberechtigten gestimmt hat. Das
sollte künftig vermieden werden, denn es könnte durchaus noch weiter abwärtsgehen
40 %, 38 %... Durch die Absenkung der 5-%-Hürde würde
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Die Nichtwähler sind Ausdruck einer matten Demokratie.
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Das stellt der "Tagesspiegel" am 1.10.2009 in seinem Kommentar
Demokratische Passivität fest und weist damit auf ein großes Problem
hin. Die Umsetzung des Gleichheitspostulats der Demokratie ist hierzulande empfindlich gestört.
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dieses Problem deutlich entschärft werden. Es gibt eigentlich kein Argument mehr, das nicht in
die Tat umzusetzen. Bei der Eurpa-Wahl gilt bereits die 3-%-Hürde.
Der Parteienwettbewerb hat es bis heute nicht geschafft, den großen Anteil der
Nichtwähler zu verkleinern. Dennoch wäre die Einführung der Wahlpflicht
(womöglich noch mit Geldstrafen versehen) keine Option, da das allenfalls Protestwählen
befördern würde. BILD versuchte es mit Aufklärung, als sie am Tag vor der Wahl 41 Mio.
24-seitige Gratis- Sonderzeitungen unters Volk brachte Tenor: Unbedingt wählen gehen.
Der Erfolg war äußerst bescheiden, denn gegenüber der letzten Bundestagswahl sank der
Anteil der Nichtwähler unterm Strich nur um 0,7 % auf 28,5 %. Es bedarf also offensichtlich
bestimmter Anreize, die den Wettbewerb der Parteien und die Qualität der von ihnen betriebenen
Politik fördern, um einen großeren Teil der Nichtwähler zu aktivieren. Dazu wurden in
diesem Blog bereits 2009 einige
Vorschläge gemacht. Aber ernsthaft diskutiert wurden solche Verbesserungen unserer
Demokratie nicht.
Und noch was zum Politiker-Sprech der CDU (Wir unterstützen keine
Zweitstimmen-Kampagne der FDP). Der FDP fehlten dann nur rund 88.000 Stimmen zum Einzug
in den Bundestag. Diese hätte die CDU leicht verschmerzen können, wenn eine entsprechende
Zahl von CDU-Wählern ihr Kreuzchen taktisch auf der rechten Seite bei der FDP gemacht
hätten. Es ist nicht bekannt, wie Kanzlerin Merkel heute darüber denkt so sehr
schlau war es jedenfalls nicht, was sie vor der Wahl sagte.
Übrigens, auch wenn es zur Großen Koalition kommt, dann ist auch das nur eine
Minderheitsregierung! Denn dahinter stehen wie die Wahl zeigt nur 47,5 % der
Deutschen!
Zur 800. Ausgabe der »khd-Page«
Diese private Blog-Page wird 21
BERLIN/HOUSTON/TORONTO 25.9.2013 (khd).
Seit nun genau 21 Jahren ist meine private Homepage als »khd-Page« im Internet online. Am 25. September 1992 begann ich mit einem
zeitungsartigen Layout bei Webseiten zu experimentieren. Damit ist die »khd-Page« der
älteste Weblog (Blog) in Deutschland, auch wenn man das damals noch nicht so
nannte.
Es war die Zeit, wo ganz (West-)Berlin nur mit enem einzigen 2 MBit/s-Kanal ans weltweite Internet
angebunden war aber die Zahl der Nutzer war sehr überschaubar, so daß man damit
gut arbeiten konnte. Auch war gerade erst das Tabellen-Konstrukt für HTML-Seiten erfunden
worden, womit ich das Zeitungs- Layout realisierte. Es herrschte an den Unis, wo damals die
Protagonisten saßen (nicht in der Wirtschaft!!!), eine enorme Aufbruchstimmung. Wir wußten
sehr genau wenn auch von vielen als akademische Spinner belächelt, daß
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Von manchen Artikeln wurde inzwischen auch eine Fassung im
layoutgetreuen PDF publiziert.
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Dazu gibt es ein Verzeichnis der Artikel,
die bereits in dieser Sonderdruck-Form erschienen sind.
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wir am Entstehen von etwas ganz Großem mitwirken durften. Galt es doch, neben technischen
Verbesserungen, auch die völlig neuen Informationsverbreitungswege mit guten Text- und
Bild-Inhalten zu füllen natürlich alles kostenlos, denn wir wurden an den Unis ja
vom Steuerzahler bezahlt.
Am kommenden Sonntag (29.9.2013) wird nun bereits die Nr. 800 der »khd-Page« erscheinen.
Seit 1992 sind somit im Mittel 38 Ausgaben pro Jahr veröffentlicht worden. In den letzten 3
Jahren seit der Nr. 700 waren es
weniger. Denn man wird älter, und es gibt auch noch etliche andere Aufgaben, die im Internet
zu erledigen sind. Dabei standen zuletzt 2 Projekte im Vordergrund: Das völkerversöhnende
Portal Woldenberg/Dobiegniew und seit 2012 das stadtpolitische Portal
Prüfstein
Lichterfelde-Süd, deren Pflege viel Zeit benötigt. Beide sind aber aus
Inhalten der »khd-Page« hervorgegangen gehören also dazu.
Rückblick auf einige Themen
Auch in den letzten 3 Jahren gaben etliche Themen Anlaß für eine
kritische Berichterstattung und Kommentierung. Sehr umfangreich wurden
Umwelt- und Gesundheits-Themen behandelt:
Fukushima Sargnagel für AKWs,
Atomkraft-Ausstieg, der
Größter Dioxin-Skandal sowie
der urplötzliche Ausbruch einer
EHEC-Epidemie in Deutschland
machten deutlich, daß die schwarz-gelbe Bundesregierung nichts im Griff hatte (llse
Aigner/CSU!).
Mit den Sozial-Themen
Armut in Deutschland,
Mietrecht nicht auf Höhe der Zeit und
Wohnen wird immer teurer
wurde der Blick auf die Versäumnisse der Politik gelenkt. Auch das ärgerliche Thema der
Bevormundung durch die neo-liberale EU-Kommission mit
Glühlampen
verboten kam vor.
Von den Politk- und Wirtschafts-Themen sollen erwähnt werden:
Deutsche Bahn auf Abwegen und
der Dauerbrenner
S-Bahn-Chaos in Berlin.
Mit
Auf Private ist kein Verlaß wurde noch mal
daraufhingewiesen, daß es ein Riesen-Fehler war, staatliche Unternehmen zu privatisieren.
Für die Bürger haben sich nur Nachteile ergeben. Und die große Frage
Wo bleibt die Regulierung der Finanzmärkte?
wurde bislang von der Politik noch immer nicht beantwortet. Das dicke Ende der Krise wird noch
kommen.
Ein besonderes Stück gaben mit dem
Lehrstück Mauerpark Berlin
in Berln Investor-hörige Mittelmaß-Politiker. Es soll auch nicht vergessen werden,
daß es wieder einige neue aufschlußreiche
Abgeschmackt-Kolumnen
aus de Welt de politisch gewollten Geschmacksdiktatur gab. Die lange Liste der
Lebensmittel- Skandale
wurde fortgeschrieben.
[Artikel-Gesamtverzeichnis]
Zur Erinnerung an alte Ausgaben: (interne Links aktualisiert)
[05.01.1997:
Die 50. Ausgabe der »khd-Page«]
[13.06.1999:
Die 100. Ausgabe der »khd-Page«]
[08.12.2002:
Die 200. Ausgabe der »khd-Page«]
[07.12.2003:
Die 250. Ausgabe der »khd-Page«]
[04.07.2004:
Die 333. Ausgabe der »khd-Page«]
[15.05.2005:
Die 400. Ausgabe der »khd-Page«]
[03.09.2006:
Die 500. Ausgabe der »khd-Page«]
[16.11.2008:
Die 600. Ausgabe der »khd-Page«]
[22.08.2010:
Die 700. Ausgabe der »khd-Page«]
[14.08.2011:
Die 750. Ausgabe der »khd-Page«]
[29.09.2013:
Die 800. Ausgabe der »khd-Page«]

Heute: Manipulierte Zitrus-Früchte
Vom Nivellieren des Geschmacks 10
Geschmackseinbußen durch absurde Praktiken /
Orangen & Co werden systematisch entgrünt
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Noch grünliche Orangen schmecken meist besser!
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BERLIN 26. Dezember 2012 (khd). Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist zu beobachten,
daß Lebensmittel- Industrie und -Handel sowie manche Erzeuger immer stärker eine
Geschmacks-Diktatur aufbauen. Viele schmackhafte Produkte gibt es nicht mehr, andere schmecken
widerlich. Der Trend geht zum Einheitsgeschmack auf niedrigem Niveau. Aber wollen wir das
wirklich? In der Kolumne Abgeschmeckt | Abgeschmackt sollen in lockerer Folge besonders
auffällige Beispiele aus dem täglichen (Koch-) Leben aufgespießt werden.
[Zum Archiv der Kolumne]
Ältere werden sich noch erinnern: Früher konnte man von Apfelsinen
(Orangen) problemlos
die aromatische Schale zum Kochen und Backen verwenden, um z. B. eine wunderbare Orangen-Sauce zur
gebratenen Ente zuzubereiten oder um eine Do-it-yourself- Limonade anzusetzen. Das geht schon lange
nicht mehr. Denn fast alle im Handel erhältlichen Orangen sind heute in mehrfacher Hinsicht
mit ‚Chemie‘ behandelt. Das müßte nicht sein.
Zunächst begann man die Früchte zu wachsen, was ja noch ging, denn das ließ sich mit
heißem Wasser abwaschen. Seit aber die Orangen mit Anti-Schimmelpilzmitteln behandelt werden,
kann man die Schale vergessen. Sie ist ungenießbar. Denn diese Mittel lassen sich nicht mit
heißem Wasser entfernen. Während man unbehandelte BIO-Zitronen schon häufiger in
den Lebensmittel-Ketten antrifft, sind BIO-Orangen dort fast nie erhältlich.
[weiter]
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