Berlin News & Stories – Teil 8 khd
Stand:  14.4.2010   (20. Ed.)  –  File: Heimat/B/Bln/BN/Bln_News_08.html



Diese Seite ist eine Ergänzung zu den Berlin-Reports, in denen über interessante Berliner Ereignisse berichtet wird. Dazu werden hier einige ausgewählte und besonders nützliche Artikel und andere Texte gespiegelt und damit auf Dauer dokumentiert. Manches ist auch mit [Ed: ...] kommentiert. Tipp- und Übertragungsfehler gehen zu meinen Lasten.

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L E I P Z I G E R   P L A T Z 

Fünf Jahrzehnte Brache – jetzt wird gebaut

Nach langem Streit um die ehemaligen Wertheim-Grundstücke stellten der Senat und der Investor Orco die Pläne für den Leipziger Platz vor. Baubeginn für das 250 Millionen-Euro-Projekt soll im Frühjahr 2009 sein.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 20. März 2008, Seite xx (Berlin). [Original]

BERLIN (Tsp). Das jahrelange Gezerre um die Bebauung eines der prominentesten Grundstücke in der Berliner Innenstadt geht zu Ende. Am Mittwoch [19.3.2008] stellte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher mit der Investorengruppe Orco die Ergebnisse eines städtebaulichen Wettbewerbs für das ehemalige Wertheim-Areal am Leipziger Platz vor. Jan Kleihues konnte die Jury mit seinen Ideen überzeugen, die nun zügig in gültiges Baurecht umgewandelt werden sollen. Baubeginn für das 250 Millionen- Euro-Projekt soll im Frühjahr 2009 sein – gut 53 Jahre nach dem Abriss der Ruine des alten Wertheim-Kaufhauses.

Kleihues entwarf ein komplexes Gebilde mit Läden auf 3 Etagen, sowie Büros und Wohnungen in den oberen Geschossen. Mit insgesamt rund 70.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist fast doppelt so viel Platz wie in den Potsdamer Platz Arkaden (40.000 Quadratmeter). In den 2 Tiefgaragenebenen können zwischen 760 und 970 Autos parken. Eine Promenade, die vis-à-vis des Bundesrats durch das Gelände führen soll, wird aller Voraussicht nach überdacht. Alle anderen Dächer werden allesamt begrünt, zwischen den turmartigen Wohngebäuden (keines soll höher als die am Platz üblichen 35 Meter werden) sollen sogar ausgewachsene Bäume gedeihen können. Am Leipziger Platz könnte ein kleines Kaufhaus einziehen, ansonsten sind Läden unterschiedlicher Größe entlang der von Arkaden flankierten Leipziger Straße, im Inneren des Komplexes und entlang der 120 Meter langen und bis zu 24 Meter breiten Passage geplant.

Christian Köhler, Geschäftsführer der Orco-Projektentwicklung, will mit der Daimler-City und dem Sony-Center gleichziehen und ein "attraktives Dreieck" bilden. Die Überbauung des Tunnels der U-Bahnlinie 2, der unter dem Grundstück verläuft, sei technisch kein Problem. Regula Lüscher wünscht sich ein Viertel, das "eine hohe Lebens- und Wohnqualität bietet" und dessen Wohnungen "nicht in einer Shopping-Mall enden". Der Juryvorsitzende Christoph Langhof hofft, "dass am Ende etwas herauskommt, auf dem Niveau, das es hier schon einmal gegeben hat". Er meint das abgerissene Kaufhaus von Alfred Messel [Ed: aber ist von Finanzinvestoren wie Orco (haben die überhaupt genug Geld?) etwas Gutes zu erwarten...].

Um die Brache wird seit der Wiedervereinigung gestritten. Zunächst wähnte sich der Bund als Eigentümer und wollte das Areal über die bundeseigene Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) verkaufen. Die Pläne des Ehepaars Kottmair scheiterten ebenso wie der Versuch der TLG aus dem Jahr 2001, das Gelände selbst zu entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt erhoben die Erben der Kaufhausfamilie Wertheim Ansprüche auf die Grundstücke. Der Bund trat 2003 zurück, der Karstadt-Konzern unterlag in einem Prozess gegen die Erben. Ende 2006 verkauften die Wertheim-Erben schließlich an Orco. Damit sind nun zum ersten Mal Pläne von einem Investor vorgestellt worden, der auch tatsächlich Eigentümer des knapp 22.000 Quadratmeter Brachlands ist.

Grundlage für die Bebauung ist bis dato der städtebauliche Entwurf des Büros Hilmer und Sattler für den Leipziger und Potsdamer Platz aus dem Jahr 1991. Diesen Plan für die ehemaligen Wertheim-Flächen zu überarbeiten, war das Ziel von Orco, dessen Geschäftsführer Rainer Bormann die bisherigen Pläne, wie er unlängst sagte, "nicht sexy genug" waren. Zusammen mit der Senatsbauverwaltung lobte Orco einen neuen Wettbewerb aus, und lud dazu 9 Architektenbüros ein. Die Jury entschied sich am Dienstag [18.3.2008] einmütig für die Kleihues-Pläne.

An den Eckdaten hat sich dabei nichts verändert: In rund 55 Prozent der Fläche sollen Läden ziehen, 30 Prozent ist dem Wohnen vorbehalten, der Rest ist für Büros oder einen Wellnesstempel vorgesehen. Ob die Häuser tatsächlich so aussehen, wie von Kleihues entworfen, ist hingegen offen. Selbst Kleihues wirbt dafür, weitere Architekten zu beauftragen, um einen unterschiedlichen Charakter zu gewährleisten. "Renzo Piano hat bei Daimlers zu viel selbst gemacht", sagte er. "So ist dort eine Einheitlichkeit entstanden, die wir hier vermeiden wollen."

Mehr zu diesem Thema:
[05.02.2004: Ein Kaufhaus für die Berliner City]  (khd-Page)
[11.07.2006: Wertheim-Areal in Berlin steht zum Verkauf]  (BERLINER MORGENPOST)
[26.01.2007: Der Leipziger Platz wird zur Großbaustelle]  (DER TAGESSPIEGEL)
[27.09.2007: Das Achteck nimmt Form an]  (DER TAGESSPIEGEL)
[19.03.2008: Ein Kaufhaus für die Berliner City – Teil 2]  (khd-Page)
[24.11.2008: Morgan Stanley (und Orco) in der Klemme]  (DER TAGESSPIEGEL)



F R I E D R I C H S T R A S S E

Die Quadratur des Spreedreiecks

Der Rohbau ist fast fertig und Mitte September soll Richtfest gefeiert werden. Doch nun droht eine weitere Auseinandersetzung an der Friedrichstraße: In unmittelbarer Nachbarschaft des Admiralspalastes soll ein Neubaukomplex entstehen, der das denkmalgeschützte Gebäude deutlich überragen wird – die Baugenehmigung dafür gab es erstaunlich schnell.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 22. August 2008, Seite xx (Berlin). [Original]

BERLIN (Tsp). Der Blick ist sein Geld wert. Hinten das Reichstagsgebäude, davor die Spree mit den Ausflugsschiffen, in der Mitte der Bahnhof Friedrichstraße, aus dem die Züge durch die Szenerie rattern und vorne die Fußgänger und Straßenbahnen, die sich ihren Weg über die Weidendammer Brücke bahnen. Dieses Panorama gibt's inklusive für die Gäste der Präsidenten-Suite im obersten Geschoss des Hotels Melia an der Friedrichstraße.

Diese Sicht hätte das Hotel gerne auch anderen Gästen des Hauses, zum Beispiel auf der Dachterrasse, angeboten. Doch damit ist es nun vorbei. Denn gegenüber schiebt sich das Betonskelett des Spreedreiecks in die Höhe und nur die Sicht aus der Suite bleibt frei. Gerade hieven die Baukräne die letzten Säulen und Wandelemente an ihre Position – noch ein paar Tage und der Rohbau ist fertig. Mitte September soll auf der umstrittenen Baustelle Richtfest gefeiert werden. Im Abgeordnetenhaus wird von der Feierlaune wenig ankommen. Hier soll etwa zeitgleich der Untersuchungsausschuss zum Grundstücksgeschäft die Arbeit aufnehmen. Eigentlich hätte der schon vor der Sommerpause loslegen sollen – Regierung und Opposition stritten über den Fragenkatalog für den Ausschuss.

"Wir sind jetzt auf einem guten Weg", sagt der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Jochen Esser. Wolfgang Brauer, der für die Linkspartei in den Ausschuss gehen wird, rechnet damit, dass das Parlament am 11. September den Auftrag zur Aufklärung erteilt. "Ich denke, wir werden die Ausschussarbeit im kommenden Jahr abschließen können", sagt Brauer, "sodass der Abschlussbericht Anfang 2010 vorliegen könnte."

Die ersten Mieter werden dann schon fast ein Jahr in dem Neubau wohnen. Investor Harm Müller-Spreer rechnet nach anfänglichen Bauverzögerungen nun mit einem zügigen Verlauf und einer Fertigstellung im März 2009. Der wichtigste Mieter, die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young, ist noch an Bord. Und auch für einen weiteren Gebäudeteil sind die Verträge so gut wie ausgehandelt. Der Bund wird sehr wahrscheinlich den denkmalgeschützten "Tränenpalast" für eine Dauerausstellung zur Geschichte der Berliner Mauer mieten.

Für Müller-Spreer durchaus ein gutes Geschäft. Er hat nach einer Übernahmeschlacht den "Tränenpalast" einst vom Land Berlin für 915.000 Euro gekauft mit der Auflage, in dem Gebäude über 25 Jahre eine kulturelle Nutzung zu ermöglichen. Das Land dachte da zwar an die Betreiber der Off-Kultur-Weihestätte "Tränenpalast", doch diese ging in dem Poker um das Gebäude in die Insolvenz. Nun wird der Bund Mieter bei Müller-Spreer statt beim Land Berlin und es sieht ganz danach aus, als würde der Bund die frühere Grenzabfertigungshalle auch langfristig nutzen.

Im ersten Obergeschoss des Neubaus hängen derweil die ersten Fassadenelemente aus Glas und dunklem Metall. Sie lassen vermuten, dass von der Leichtigkeit und Eleganz des Entwurfs des inzwischen verstorbenen Architekten Mark Braun nicht allzu viel übrig bleibt. Der Neubau macht die Friedrichstraße zu einer engen Schlucht und nun wird spürbar, worum es den Nachbarn, die gegen das Projekt geklagt hatten, ursprünglich ging: Sie wollten mehr Licht und Luft. Weil der Neubau gegen die Regelungen zu den Abstandsflächen verstößt, musste das Land Berlin 4 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. Auch darum wird es im Untersuchungsausschuss gehen.

Aber nicht nur am Spreedreieck wird gearbeitet. Auch auf dem Grundstück Friedrichstraße 100 lärmen die Bagger. Die eingeschossigen Nachkriegsgebäude zwischen dem Bahnhof und dem Admiralspalast sind bereits eingerissen. Auf dem Gelände ist ein neungeschossiger Neubaukomplex aus Hotels und Büros geplant, der den denkmalgeschützten Admiralspalast, so viel ist sicher, deutlich überragen wird.

Dessen Hausherr Falk Walter findet es "städtebaulich schwer nachvollziehbar, warum wir eine Fassade unseres Gebäudes aufwändig wieder herrichten mussten, und jetzt ein Neubau davorgeklotzt werden soll".Walter wirft dem Land vor, auf dem Nachbargrundstück dieselben Fehler wie beim Spreedreieck zu machen: "Die Baugenehmigung gab es auffallend schnell", so Walter, "das deutet auf Mauschelei hin." Er lässt gerade rechtliche Schritte gegen das Projekt prüfen und sich durch einen Anwalt beraten – eine neue Klage ist nicht mehr ausgeschlossen.

Der Bezirk Mitte, zuständig für die Baugenehmigung, hatte stets bestritten, dass es einen Zusammenhang zwischen beiden Baustellen gebe. Tatsache ist aber: Die Bauherren der Friedrichstraße 100 hätten gegen das Spreedreieck klagen können, taten es aber nicht. Die Opposition will auch die Baugenehmigung für die Friedrichstraße 100 untersuchen lassen, die für sie auffällig zügig erteilt wurde. Der Verdacht: Die Investoren hätten als Kompensation dafür, dass sie nicht auch noch gegen das Spreedreieck klagten und damit das Land noch weiter bedrängten, zügig ihr Baurecht erhalten. Die Investorengruppe wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Es wird nicht nur deshalb knirschen zwischen den neuen Nachbarn, das ist vorauszusehen. Walter fürchtet, der Hof des Admiralspalasts werde durch den Neubau dunkel und für Veranstaltungen kaum noch zu nutzen sein. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Baugenehmigung mit dem Denkmalschutz abgestimmt ist", sagt Walter. [mehr]



S T A D T E N T W I C K L U N G

„Der Alexanderplatz darf und soll Brüche haben“

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher über langweilige Architekten, ihre Freude an außergewöhnlichen Entwürfen und die Gefahr von allzu restriktiven Vorschriften für Berlins Mitte.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 28. August 2008, Seite xx (Berlin) von MATTHIAS OLOEW. [Original]

Der Tagesspiegel: Frau Lüscher, wie gefällt Ihnen der Pariser Platz?

Regula Lüscher: Die Dimension des Platzes gefällt mir gut, mir gefällt nicht jede Architektur, die dort steht.

Der Tagesspiegel: Für den Pariser Platz gab es aber eine Gestaltungssatzung.

Lüscher: Eine Gestaltungssatzung kann schlussendlich nicht Spitzenarchitektur garantieren. Aber sie kann Durchschnittsarchitektur in einen Dialog bringen, so dass nicht jeder Bau eine Diva für sich ist, sondern mit anderen einen Stadtraum bildet.

Der Tagesspiegel: Wie hoch ist die Gefahr, dass diese Vorschriften Langeweile produzieren?

Lüscher: Die Satzung produziert so viel Langeweile, wie die Architekten langweilig sind. Der Pariser Platz ist das beste Beispiel. Für das Gebäude von Frank Gehry [Ed: DZ Bank] galt genau die gleiche Satzung wie für alle anderen. Aber dieser außergewöhnliche Architekt konnte daraus trotzdem ein innovatives Gebäude machen.

Der Tagesspiegel: Gehry hätte ohne die Gestaltungssatzung ein vielleicht noch viel innovativeres Gebäude gemacht.

Lüscher: Aber Gehry hätte vielleicht an diesem Ort nicht ein Gebäude gemacht, das in den Kontext passt. Mit der Satzung passt es in den Kontext.

Der Tagesspiegel: Was soll das Regelwerk für die historische Mitte leisten?

Lüscher: Das Gegenüber des Weltkulturerbes auf der Museumsinsel, aber auch des Forum Fridericianums, des Gendarmenmarktes, soll so gestaltet werden, dass es die Monumente nicht konterkariert oder in Konkurrenz zu ihnen tritt. Wir wollen Vorgaben für ein einheitliches Stadtbild formulieren, damit es eine gewisse Ruhe ausstrahlt und am Ende die Monumente besser zur Geltung kommen.

Der Tagesspiegel: Es gibt kaum noch freie Baufelder, für die diese Gestaltungssatzung greifen könnte.

Lüscher: Das ist richtig. Aber es geht nicht nur um Architektur, sondern vor allem um die Werbung. Werbung ist wichtig für die Stadt, aber sie sollte eine gewisse Eleganz ausstrahlen.

Der Tagesspiegel: Glasfassaden sind nicht mehr möglich?

Lüscher: Die kann ich mir tatsächlich schwer vorstellen. Das Chipperfield-Gebäude...

Der Tagesspiegel: ...die Sammlung Bastian gegenüber dem Neuen Museum...

Lüscher: ...ist ein absolut zeitgenössisches Gebäude, das sich aber sehr gut in eine solche Gestaltungssatzung einfügen würde, allein durch die Wahl des Materials.

Der Tagesspiegel: Es ist eine Backsteinfassade, die es so in der Umgebung nicht gibt.

Lüscher: Richtig, aber ein heller Backstein, der die Farbigkeit der Umgebung aufnimmt. Auch der Anteil von Wand- zu Fensterfläche ist in einem ausgewogenen Verhältnis.

Der Tagesspiegel: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Kritik Klaus Wowereits am Alexanderplatz und der Gestaltungssatzung für die historische Mitte?

Lüscher: Die Gestaltungssatzung liegt seit 3 Monaten im Entwurf vor. Aber es gibt einen gewissen inhaltlichen Zusammenhang. Der Regierende bemängelt zu viele geschlossene Fassaden, auch etwas zu viel Werbung. Da gibt die Satzung Anhaltspunkte, wie die Verteilung von Fenstern auf den Fassaden und zu Regeln für die Werbung.

Der Tagesspiegel: Das klingt, als würden Sie auch an einer Satzung für den Alexanderplatz arbeiten.

Lüscher: Nein. Der Alexanderplatz besteht aus Gebäuden unterschiedlicher Epochen. Es wird uns nie gelingen, dort eine Einheitlichkeit hinzubekommen wie in der historischen Mitte. Der Alex als großstädtischer Ort darf und soll Brüche haben, er darf auch laut sein. Das ist ja ein Beleg für eine pulsierende Großstadt. Gestaltungssatzungen machen dort Sinn, wo man auf eine historische Bebauung Rücksicht nehmen muss.

Der Tagesspiegel: Braucht es auch Respekt gegenüber der DDR-Moderne, zum Beispiel auf der Fischerinsel?

Lüscher: Ja, es braucht Respekt vor jeder Epoche. Es ist unsere Aufgabe, die Geschichte der Stadtgestaltung in ihrer Vielfalt der Nachwelt zu übermitteln.

Der Tagesspiegel: Die Linkspartei möchte am liebsten keine Neubauten, die die Hochhäuser auf der Fischerinsel ergänzen.

Lüscher: Städtebau und Stadtplanung ist Weiterbau. So lange, wie die Zeugen der Vergangenheit da sind und sichtbar bleiben, und Ergänzungen so geplant werden, dass die Idee dieser vorhergehenden Epoche nicht völlig unsichtbar wird, finde ich es richtig, an der Stadt weiterzubauen. Alle Stadtstrukturen müssen so robust sein, dass sie es aushalten, wenn eine nächste Generation sie ergänzt.

Der Tagesspiegel: Streitpunkt ist auch die Verschwenkung der Gertraudenstraße am Spittelmarkt. Gibt es einen Kompromiss?

Lüscher: Der Kompromiss ist ja schon da. In der Planung der letzten Jahre war die Verschwenkung begleitet durch eine sehr dichte Randbebauung, die tatsächlich die bestehenden Bauten in eine Art Hinterhofsituation gestellt haben. Das war fragwürdig. Da fehlte der Respekt.

Der Tagesspiegel: Es bleibt also dabei: Die jetzige Gertraudenbrücke wird abgerissen, die historische ausgebaut, damit die neue Straße über die historische Brücke führen wird?

Lüscher: Ja, das ist nötig, um an dem neuen Spittelmarkt mehr Aufenthaltqualität zu schaffen.

Der Tagesspiegel: Welchen Respekt vor der historischen Brücke haben Sie, dass Sie diese aufsägen, verbreitern und verstärken wollen?

Lüscher: Die Hälfte bleibt ja im Original erhalten. Das sind Stadtreparaturen, die auch erlaubt sind, weil man mit der Originalsubstanz umgeht, da sie noch vorhanden ist. Überall wo das so ist in Berlin, bin ich dafür, dass man sie auch möglichst erhält.

Der Tagesspiegel: Das spricht gegen eine Gestaltungssatzung für das Klosterviertel, das zwischen Rotem Rathaus und Altem Stadthaus wiederentstehen soll. Dort gibt es ja keine historische Substanz.

Lüscher: Richtig. Es braucht vielleicht Gestaltungsregeln, aber die sehen nicht genauso aus wie eine Satzung. Etwa: Welche Höhen sollen die Gebäude haben, welche Farbigkeit wird das Quartier haben. Aber weiter wird das sicherlich nicht gehen. Wir wollen ja dort nicht das Mittelalter nachbauen, sondern Moderne zulassen. Und zeitgenössische Architektur braucht Freiräume. Es gibt andere Mittel, für eine Qualitätssicherung der Architektur.

Der Tagesspiegel: Welche?

Lüscher: Durch ein Baukollegium, das Zielvorgaben formuliert und am Ende schaut, ob diese auch eingehalten werden. Das Problem einer Gestaltungssatzung ist, dass sie nicht Ziele formuliert, sondern bereits die Problemlösung. Sie lässt keine Freiheiten mehr.

Der Tagesspiegel: Ihr Vorgänger Hans Stimmann kam ohne Baukollegium aus.

Lüscher: Er hatte auch eine sehr restriktive Sicht auf Architektur, eine klare Haltung, die auch nicht viel daneben zugelassen hat. Ich bin immer neugierig auf die architektonische Antwort für den jeweiligen sehr speziellen Ort. Die kann dann sehr unterschiedlich sein. Ich bin mutiger darin, mir ungewöhnliche Entwürfe anzuschauen und sie nicht abzulehnen, weil sie nicht in mein Raster passen. Ich lasse immerhin die Frage zu, dass man es anders macht, als ich es persönlich machen würde.

Der Tagesspiegel: Stimmann formulierte mit dem Planwerk Innenstadt eine städtebauliche Vision, die Kritiker bei Ihnen vermissen.

Lüscher: Das Planwerk ist vielleicht eine Vision, formuliert aber trotzdem konkrete Vorgaben. Man kann heute jedoch nicht mehr solche Vorgaben machen, die für 15 Jahre gültig sind. Ich will solche Entwürfe nicht vorgeben, die man nach zwei oder drei Jahren wieder überarbeiten muss. Da besteht die Gefahr, dass man an Bildern gemessen wird, die man nie umsetzen kann.

Der Tagesspiegel: Beim Tempelhofer Feld machen Sie das. Da halten Sie an einem Konzept fest, das aus den frühen 1990er Jahren stammt.

Lüscher: Richtig, es handelt sich um ein Konzept, nicht mehr. Dieses Konzept gibt die richtigen Zeichen, an dieser Stelle große Freiräume zu belassen. Denn es sind die Naturräume, die in der Konkurrenz zwischen den Städten künftig eine ganz entscheidende Rolle spielen. Die Menschen wollen in der Stadt wohnen, aber in gesunden Lebensumständen, mit Grün drumherum und Zugangsmöglichkeiten zu den Flüssen und Seen. Die zentralen stadtentwicklungspolitischen Fragen der Zukunft sind: Wie können wir energieeffizient bauen? Wie können wir unterschiedliche Bevölkerungsschichten integrieren? Wie können wir eine soziale Stadt erhalten, in der die Mieten nicht hochgehen? Da ist Tempelhof eine riesige Chance und die wichtigste stadtentwicklungspolitische Frage der Zukunft.



S P R E E D R E I E C K

Untersuchungsausschuss soll Affäre aufklären

Der Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses hat einvernehmlich die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Spreedreieck-Affäre beschlossen. Bis Ende März 2010 soll er über die Verfehlungen des Landes beim Verkauf des Grundstückes am Bahnhof Friedrichstraße befinden.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 8. September 2008, 11.49 Uhr MESZ (nur elektronisch publiziert). [Original]

BERLIN. Am Donnerstag [11.9.2008] soll das Abgeordnetenhaus das Gremium endgültig einsetzen, für das sich der Rechtsausschuss unter dem Vorsitz von Andreas Gram (CDU) am Montag [8.9.2008] ausgesprochen hatte. Hierfür ist die Zustimmung von einem Viertel der Parlamentsmitglieder notwendig.

Die Anfänge der Affäre um den Verkauf des Spreedreieck-Areals am Bahnhof Friedrichstraße reichen in das Jahr 2000 zurück. Ein Stück des damals an einen Bauinvestor verkauften Areals gehörte dem Land nicht. Um eine Schadenersatzklage zu umgehen, sagte das Land dem Investor unter anderem eine Bauhöhe von 10 Geschossen zu. Ein Grundstücksnachbar legte daraufhin vor Gericht erfolgreich Widerspruch gegen den Bebauungsplan ein, weil das von ihm gegenüber errichtete Hotel verschattet werde. Um einen Baustopp zu verhindern, entschädigte das Land Berlin den klagenden Anrainer im März mit 4 Millionen Euro.

Gram betonte, eine Aufklärung der Affäre sei dringend nötig. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) spreche davon, dass das Land bei dem Grundstücksgeschäft ein Plus von 3 Millionen Euro gemacht habe. Die Opposition befürchte dagegen einen Verlust von rund 27 Millionen Euro. Die 9 Mitglieder des Untersuchungsausschusses sollen der gemeinsamen Beschlussempfehlung zufolge bis zum 31. Dezember 2009 ihre Beweisaufnahme beendet haben. Ein Abschlussbericht ist bis zum 31. März 2010 vorzulegen. [Kommentar]



S P R E E D R E I E C K

A u f k l ä r u n g   t u t   n o t

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 9. September 2008, Seite 6 (Meinung) von CHRISTIAN VAN LESSEN (C. v. L.). [Original]

BERLIN (Tsp). Ein reinigendes Gewitter zieht auf, wenn vielleicht noch in diesem Monat erstmals der Untersuchungsausschuss zum Spreedreieck zusammenkommt. Alle Fraktionen haben sich im Rechtsausschuss auf eine genaue Untersuchung höchst umstrittener Bau- und Grundstücksgeschäfte zulasten des Landes Berlin verständigt. Das Parlament wird in dieser Woche wohl den Segen geben.

Die Fraktionen ziehen an einem Strang, das zeugt davon, dass das Misstrauen flächendeckend ist. Entstand dem Land ein Schaden von rund 25 Millionen Euro, wie die Opposition vermutet, oder hat Berlin, wie der Finanzsenator versichert, sogar einen Gewinn von 3 Millionen Euro gemacht? Die bisherige Aktenlage macht es schwer, das zu glauben.

Es sieht so aus, als habe sich bereits vor Jahren eine überforderte Verwaltung einem cleveren Investor nicht gewachsen gezeigt, beim Verkauf von Grundstücken den Überblick verloren, Areale zu günstig verkauft, beim Bebauungsplan wegen viel großzügiger Baumassen geschludert, sich in Schadenersatzzahlungen verstrickt. Über dem Spreedreieck wabert ein Nebel, der nach Bauskandal riecht. Aufklärendes Gewitter tut not.



B E R L I N S   L E E R E   M I T T E

Italiener siegt im Wettbewerb um Berlins Stadtschloss

Das italienische Architekturbüro Francesco Stella soll das Berliner Stadtschloss wieder aufbauen. Die Jury-Entscheidung fiel einstimmig. Ein zweiter Platz wurde nicht vergeben – dafür 4 dritte Ränge.

Aus: Berliner Morgenpost, 28. November 2008, 18.14 Uhr MEZ (Berlin). [Original mit weiteren Fotos]

BERLIN (BM). Die Jury aus Architekten und Politikern hat sich einstimmig für den Architekten Francesco Stella aus Vicenza (Italien) entschieden und ihm das Jahrhundertprojekt in der deutschen Hauptstadt anvertraut, teilten Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit. Tiefensee zeigte sich hocherfreut über die Entscheidung. Auch der Initiator des Schlossprojekts, Wilhelm von Boddien, zeigte sich "überglücklich". Der Entwurf erfülle alle städtebaulichen Voraussetzungen: "Klasse!", rief Boddien.

Neumann würdigte den Siegerentwurf als "schlüssiges und tragfähiges Gesamtkonzept". Er besteche durch "eine kluge architektonische Verknüpfung von Alt und Neu, von moderner Nutzung und der Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses". Der 1. Preis werde in optimaler Weise dem Beschluss des Deutschen Bundestages gerecht, der die Wiedererrichtung der barocken Fassaden der Nord-, West- und Südseite sowie von 3 Fassaden innerhalb des Schlüterhofes und eine Rekonstruktion der historischen Kuppel vorsehe.

Der Jurypräsident hätte sich mehr Mut gewünscht

      Westseite des Schloß-Entwurfs von Francesco Stella
^   Blick auf die Westseite des Schloß-Entwurfs von Francesco Stella. Front- und Seitenfassaden werden in barocker Gestaltung gebaut.   (Foto: 28.11.2008 – mopo)
Tiefensee sagte, Stellas mit 100.000 Euro prämierter Siegerentwurf erfülle den Auftrag, einen "prägnanten Museumsbau unter Berücksichtigung historischer Vorgaben" zu schaffen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßte die Jury- Entscheidung. "Berlin hat nun ein großes Interesse daran, dass die Planungen und Vorbereitungen für den Bau des Humboldt- Forums zügig vorangehen", erklärte er. Der Siegerentwurf von Stella folge den Vorgaben des Deutschen Bundestages und verspreche eine "spannende Synthese zwischen äußerer Gestalt und künftiger Nutzung".

Jurypräsident Vittoria Lampgugnani räumte ein, dass er sich offenere Vorgaben des Bundestags gewünscht hätte. Das Ergebnis sei aber "sehr schön, sehr stark, sehr mutig". Einen 2. Sieger gibt es laut Lampugnani nicht, dafür 4 mit je 30.000 Euro dotierte 3. Plätze. Sie gehen an die beiden Berliner Häuser Kleihues und Kleihues sowie Kolhoff, an Christoph Mäckler aus Frankfurt am Main sowie an die Architekten Eccheli e Campagnola aus Verona. Außerdem kaufte die Jury 2 weitere Entwürfe an und versah einen nicht den Vorgaben entsprechenden Entwurf mit einem Sonderpreis, der mit 60.000 Euro dotiert wurde.

Moderne an der Ostseite

      Rückseite des Schloß-Entwurfs von Francesco Stella
^   Blick auf die Ostseite (Rückseite) des Schloß-Entwurfs von Francesco Stella. Diese wird in moderner Gestaltung gebaut.   (Foto: 28.11.2008 – mopo)
Dort, wo jetzt noch der Palast der Republik abgerissen wird, soll nun also ein Gebäude entstehen, das als Humboldt-Forum 3 der 4 Barockfassaden des einstigen Hohenzollern- Schlosses erhalten wird. Das um 1700 von Andreas Schlüter erbaute Stadtschloss war über Jahrhunderte Residenz der Preußen- Könige. 1950 wurde die im Krieg schwer beschädigte Ruine vom SED- Regime gesprengt.

Mit dem Neubau erhält die Berliner Mitte nach jahrelangen Debatten und nach dem Abriss des Palastes der Republik wieder ihr städtebauliches Herzstück zurück. Für die letzte Runde des Wettbewerbs hatten sich 30 Architekturbüros qualifiziert. Der Bundestag hatte bereits 2002 den Wiederaufbau des Schlosses mit den Originalfassaden beschlossen. Lediglich an der Ostseite ist eine freie Gestaltung möglich.

40.000 Quadratmeter Platz

In dem Schlossgebäude mit 40.000 Quadratmetern Nutzfläche wird das Humboldt-Forum als ein Schaufenster für Kultur und Wissenschaft errichtet. Größter Nutzer wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sein. Sie will auf 24.000 Quadratmetern die außereuropäischen Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für asiatische Kunst zeigen. Die Zentral- und Landesbibliothek stellt dazu die passenden Bücher und andere Medien zur Verfügung. Auf 1000 Quadratmetern wird die Humboldt-Universität ihre wissenschaftsgeschichtlichen Sammlungen zeigen. Der 9500 Quadratmeter große Eingangs- und Veranstaltungsbereich soll "Agora" heißen.

Der Bau darf inklusive Erstausstattung und Fassade nach einem Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags nicht mehr als 552 Millionen Euro kosten. Berliner und Gäste können die Ideen der Architekten zur Schlossplatz-Bebauung ab 3. Dezember in einer Ausstellung im Kronprinzenpalais Unter den Linden begutachten. Der Bau des dreiseitigen Humboldt-Forums auf dem alten Stadtschloss-Grundriss soll nach Vorstellungen des Bundesbauministeriums zwischen 2010 und 2013 realisiert werden.



Mehr Pracht für die Bahnhöfe der neuen U 5

Die neuen U-Bahn-Stationen zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz sollen aufwendiger gestaltet werden – ohne zusätzliche Kosten.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 28. Dezember 2008, Seite xx (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]

BERLIN (Tsp). Berlins neue U-Bahnhöfe an der U 5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor sollen nun doch schöner werden. Waren bisher reine Zweckbauten an den Unterwegsstationen geplant, sucht die Stadtentwicklungsverwaltung jetzt mit renommierten Architekten Lösungen, wie die Bahnhöfe repräsentativer und trotzdem nicht viel teurer gebaut werden können. Dies bestätigte ein Sprecher. Immerhin entstehen die Bahnhöfe an prominenten Orten – am Roten Rathaus, am künftigen Humboldtforum und an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße.

Ursprünglich waren an der verlängerten U 5, die – auch mit einem automatischen Fahrbetrieb – zur Vorzeigelinie der Stadt werden soll, aufwendige Stationen geplant. "Bei einem Verkehrsbauwerk in derart prominenter Lage werden höchste Anforderungen an die städtebauliche Einbindung und architektonische Gestaltung gestellt", hieß es damals. Richard Rogers entwarf den Bahnhof Berliner Rathaus, Max Dudler die Station unter dem Humboldtforum, damals Schlossplatz genannt, von Axel Oestreich stammten die Pläne für den Kreuzungsbahnhof Unter den Linden mit der Linie U 6 (Alt-Tegel — Alt-Mariendorf).

Verwirklicht wurden aber nur die Entwürfe Axel Schultes' für den Bahnhof Bundestag und Meinhard von Gerkans am Hauptbahnhof. Die Station Brandenburger Tor, ebenfalls von Dudler geplant, ist auf Wunsch der Stadtentwicklungsverwaltung bereits angepasst worden. In dem dunkel gehaltenen Bau wird eine Ausstellung zur Teilung der Stadt integriert.

Der kurze Abschnitt vom Brandenburger Tor, wo man zur S-Bahn umsteigen kann, bis zum Hauptbahnhof soll zunächst als U 55 im August 2009 – vor der Leichtathletik-Weltmeisterschaft – eröffnet werden. Als Baubeginn für die Strecke vom Brandenburger Tor zum Alexanderplatz ist 2010/2011 vorgesehen.

Die Kosten sind bisher mit 367 Millionen Euro veranschlagt. Nach Tagesspiegel-Informationen sind sie seit 2005 in der Kalkulation auf jetzt 415 Millionen Euro gestiegen, was die BVG offiziell nicht bestätigt. Nicht enthalten sind die Kosten für aufwendigere Bahnhöfe.

Um den Preis zu halten – die Gesamtstrecke sollte einst rund 660 Millionen Euro kosten –, hatte die BVG die Pläne abgespeckt. "Wir können nur Bahnhöfe bauen, aber keine Denkmale", argumentierte das Unternehmen. Abstriche gab es unter anderem beim Kreuzungsbahnhof Unter den Linden. Statt auf den Gehwegen entstehen die Ein- und Ausgänge jetzt auf dem Mittelstreifen. Während die Tunnel für die Strecke unterirdisch gebohrt werden, sind an den Bahnhöfen offene Gruben erforderlich. 21 Monate lang wird der Verkehr auf dieser Kreuzung erheblich eingeschänkt sein; die Südfahrbahn Unter den Linden ist dicht. Der Abschnitt der Friedrichstraße wird vermutlich für 9 Monate gesperrt.

Ein Jahr lang wird wohl auch der Verkehr auf der U 6 zwischen Friedrichstraße und Französischer Straße unterbrochen, um den neuen gemeinsamen Bahnhof mit der U 5 bauen zu können. Die Station Französische Straße wird später geschlossen, da der neue Bahnhof nur etwa 120 Meter entfernt ist.

Engpässe gibt es auf der Straße auch am künftigen Bahnhof am Humboldtforum sowie auf der Rathausstraße vor dem Roten Rathaus. Pläne, hier einen Doppelbahnhof für eine künftige weitere U-Bahn-Linie aus dem Westen der Stadt nach Weißensee zu bauen, werden nicht verwirklicht. Nun soll dort nur der Bahnhof für die U 5 entstehen und ein Stockwerk tiefer eine dreigleisige Abstellanlage für Züge.

Auch der Regierende Bürgermeister müsse die Baustelle vor seinem Amtssitz akzeptieren, heißt es bei der BVG. Eine Extralösung am Rathaus werde es nicht geben. Im Senat war erwogen worden, auf den Bau des Bahnhofs vor dem Haupteingang zu verzichten – so wie sich Geschäftsleute seit Jahren gegen den Bau Unter den Linden wehren. Dass dort auch Bäume fallen müssen, wird von Umweltschützern akzeptiert, da viele der Bäume ohnehin ersetzt werden müssten. Ursprünglich war sogar ein fast kompletter Kahlschlag geplant. Der Baustelle weichen müssen auch Friedrich Engels und Karl Marx. Doch das Denkmal darf danach wieder an seinen angestammten Platz auf dem Marx-Engels-Forum zurückkehren. [mehr]



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