Chaos wegen Rohrbrüchen im Bierpinsel
Langer Verkehrsstau Statiker überprüfen Fassade.
Aus: Die Welt, Berlin,
3. Februar 2010, Seite xx (Berlin).
[Original]
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Steglitz Schloßstraße mit Bierpinsel um 1978. Das Turm-Restaurant
Bierpinsel an der Tiburtiusbrücke wurde 1976 eröffnet. Seit Anfang 2006 ist es geschlossen. Das
Kaufhaus hinter dem Bierpinsel ist das Wertheim, das inzwischen bis auf die Fassade
abgerissen wurde. Dort eröffnet 2012 das Einkaufszentrum Boulevard Berlin.
(Repro: 2006 khd)
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BERLIN-STEGLITZ (welt.de). Die nächste böse Überraschung für Autofahrer rund
um die Schloßstraße in Steglitz. Nach 2 Rohrbrüchen im Bierpinsel musste gestern zum
wiederholten Mal die Joachim-Tiburtius-Brücke in Richtung Bergstraße gesperrt werden. Statiker
mussten die Außenfassade des Gebäudes überprüfen. Per Hebekran mussten bis in die
späten Abendstunden alle 29 roten Verkleidungsplatten abgenommen werden.
Durch die Sperrung der Brücke zwischen der Schloßstraße und der Auffahrt
Filandastraße kam es während des ganzen Tages zu erheblichen Staus und Behinderungen. "Wer
nicht zufällig den Verkehrsfunk gehört hat, tappte voll ins Chaos", beklagte sich Werner
Schröder (45), der aus Schmargendorf nach Kreuzberg wollte.
So wie ihm ging es vielen Autofahrern. Nach Auskunft des Bierpinsel-Betreibers blieb für die
Überprüfung keine andere Wahl. "Nach den Rohrbrüchen der Vergangenheit hatte sich die
Dämmungswolle hinter den Fassadenplatten voll Wasser gesogen und wurde durch die eisigen
Temperaturen sofort zu Eisteppichen", erklärte Larissa Laternser, Geschäftsführerin der
Schlossturm GmbH. Die Gefahr des Abspringens der Fassadenplatten sei daher "sehr hoch" gewesen.
"Kaum auszudenken, wenn Fassadenstücke auf die Joachim-Tiburtius-Brücke fallen würden", so
Laternser.