Gifte im Essen – Acrylamid khd
Stand:  16.12.2005   (12. Ed.)  –  File: Food/Gifte/Acrylamid.html




Aud den Seiten „Gifte im Essen“ sind einige Informationen über Giftstoffe zusammengetragen, die bei den bisherigen „Lebensmittel- Skandalen in Europa“ eine herausragende Rolle spielten.

Links mit dem Symbol * zeigen auf weiterführende Informationen im Internet, die die Aussage belegen. xxx = Text folgt demnächst.


Acrylamid
 
Wie kommt das Acrylamid ins Essen?
Recherchiert im Internet und zusammengestellt von
Karl-Heinz Dittberner – Berlin

30.4.2002 (khd). Schwedische Wissenschaftler haben unlängst durch einen Zufall herausgefunden, daß bei der Herstellung von Pommes frites, Kartoffel- Chips, Vollkorn- und Knäckebrot der äußerst schädliche und krebserregende Kunststoff Acrylamid entstehen kann.

Acrylamid ist eine Verbindung, die aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff besteht (CH2-CHCONH2). Sie wurde 1945 erstmal synthetisiert und dient heute zur Herstellung des Kunststoffes Polyacrylamid, der für viele Produkte eingesetzt wird. Beispiele: Verpackungen, in Dichtmassen, in Bindemitteln, in Farben und Kosmetika.

Acrylamid bildet farblose Blättchen, die bei 85° Celsius schmelzen. Acrylamid ist in Wasser, Aceton, und Alkohol leicht löslich. Seine Dämpfe reizen Augen und die Haut. Acrylamid ist ein Nervengift. In größeren Konzentrationen wird das Zentralnervensystem gelähmt.

In Tierversuchen an Ratten und Mäusen zeigte sich Acrylamid als krebserregend. Für den Menschen ist das zwar noch nicht wissenschaftlich geklärt – es gilt aber als sehr wahrscheinlich, daß Acrylamid auch beim Menschen Krebs auslösen kann. Wegen der fehlenden wissenschaftlichen Abklärung wurde bislang noch kein Grenzwert für eine Acrylamid- Konzentration in Nahrungsmitteln festgelegt.

Allerdings wurde für die Arbeitswelt für die Handhabung von Acrylamid eine maximal zulässige Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) von 0,3 Milligramm pro Kubikmeter Luft vorgeschrieben. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht als zulässige Höchstmenge für Menschen die Aufnahme von 1 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Körpergewicht und Tag an.

Wie kommt das Acrylamid in der Nahrung?  Das Acrylamid entsteht beim starken Erhitzen durch Braten, Backen, Frittieren, Rösten oder Grillen von kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln oder Mehlen, die bestimmte (reduzierende) Zucker und die natürliche Aminosäure Asparagin enthalten. Die Bildung von Acrylamid steht in engem Zusammenhang mit der Bräunungsreaktion von Lebensmitteln. Bekannt war bislang nur, daß bei dieser Maillard- Reaktion die aromareichen Gerüche und Geschmack gebratener, gebackener oder gerösteter Speisen (z. B. beim Brot, Braten oder Kaffee) entstehen.

Dennoch: Bei den Acrylamid-Belastungen von Nahrungsmitteln handelt es sich um keinen klassischen Lebensmittel- Skandal der Industrie (sie haben kein Acrylamid zugefügt). Die Belastungen entstehen vielmehr durch einen natürlichen Vorgang beim Backen, Braten, Frittieren und Rösten von stärkehaltigen Lebensmitteln, sowohl bei der industriellen Herstellung als auch im Haushalt.

Allerdings nachdem nun das Problem erkannt ist, kommt es schon darauf an, daß die Industrie den Acrylamid- Gehalt in ihren Produkten minimiert. Ganz ohne Acrylamid- Belastungen werden wir wohl aber nie leben können.

[29.08.2002: BgVV: Acrylamid in Lebensmitteln – ernstes Problem oder überschätzte Gefahr?]
[00.10.2002: Bericht der Bundesregierung zur Gefahr durch Acrylamid]
[27.01.2003: Bundestags-Hearing: Acrylamid in Lebensmitteln]
[06.06.2005: Foodwatch: Krebsverdächtiges Acrylamid]
[08.10.2005: Warnhinweise für Pommes frites gefordert]
[06.12.2005: Foodwatch: Aktuelle Testergebnisse von Lebkuchen und Spekulatius]



Im Rahmen der Berichterstattung der „bse-page“ entstand ab 2002 auch eine Acrylamid-FAQ:
 
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