Woldenberg (Neumark) kulinarisch  —  Rezepte von Bayers Hof khd
Stand:  26.8.2007   (7. Ed.)  –  File: Food/Rezepte/R_261.html


Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg (heute das polnische Dobiegniew) war vor 1945 eine kleine Stadt in der Neumark, dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Die meisten Bürger Woldenbergs lebten von der Landwirtschaft. Das schlug sich auch im Speisezettel nieder. Von dieser bodenständigen Küche sind einige Rezepte von „Bayers Hof“ bei Woldenberg zum Nachkochen dokumentiert worden.

Die meisten Rezepte sind für jeweils 4 Portionen berechnet, falls nicht anderes notiert. Die Rezepte können durchaus noch Ungenauigkeiten – insbesondere bei der Würzung – enthalten. Daher sind Korrekturen per E-Mail willkommen.

Präsentiert werden hier:  Stampfkartoffeln mit Speck [R 261]. Ein Gericht, das sich vorzüglich zum Transport auf die Felder eignete, um dort die Landarbeiter bei der schweren Erntearbeit zu verköstigen. Dazu gab es frische Buttermilch.


Kulinarisches aus Woldenberg und Umgebung


Stampfkartoffeln mit Speck  [Bayers Hof]

Rubrik: Einfache Hauptgerichte R 261 St
Zutaten:
Für 4 Portionen
1,5 kg
1 l
1 TL
50 ml
50 g

Für die Beilage
100 g
150 g
200 g
1–2 Bund



   
Kartoffeln, mehligkochend
Wasser
Salz
Milch
Butter


Butter
Durchwachsener Speck, gewürfelt  1)
Zwiebeln, gewürfelt
Frisches Zwieblauch  2)
Salz
Weißer Pfeffer, gemahlen
   











Gewürze zum
Abschmecken
 
Zube-
reitung:
Die Kartoffeln
  1. Die Kartoffel waschen, schälen und halbieren.
  2. In einem großen, hohen Topf das Wasser mit den Kartoffelstücken zum Kochen bringen.
  3. Salz zufügen. Die Kartoffeln zugedeckt gar kochen, was etwa 20 Minuten dauert (Messerprobe).
Die Speck-Zwieblauch-Beilage
  1. Inzwischen die Zwiebeln und den Speck würfeln. In einer großen Bratpfanne etwa 100 g Butter heiß werden lassen und darin den Speck andünsten, dann die Zwiebeln zugeben. Braten, bis die Zwiebeln und Speck zartbraun sind.
  2. Nun das gewaschene und in kurze Stücken kleingeschnittene Zwieblauch zufügen und einen Deckel auf die Pfanne legen. Auf Stufe 1 (von 3) etwa 8 Minuten dünsten.
  3. Sobald die Kartoffel gar sind (Test mit Messerspitze), den Kochtopf vom Herd nehmen und das Wasser abgießen. Die Milch zugießen und die restliche Butter (etwa 50 g) zufügen. Mit einem Stampfer die Kartoffel stampfen. Alles gut umrühren. Es dürfen durchaus noch kleine Kartoffelstückchen vorhanden sein. Mit wenig Salz abschmecken.
Servieren
  1. Das Speck-Zwieblauch-Beilage mit Salz und Pfeffer abschmecken und getrennt zu den Stampfkartoffeln servieren.
  2. Bei Tisch wird etwas von den Stampfkartoffeln auf die Eßtellern gefüllt und flach gedrückt. Darauf wird dann etwas von der heißen Speck-Zwieblauch-Beilage mit dem flüssigen Fett verteilt.  3)

    Meine Großmutter, die auf „Bayers Hof“ bei Woldenberg in der Neumark (heute Polen) aufwuchs, erzählte, daß es dort im Sommer häufig gekocht wurde. Denn die Stampfkartoffeln mit gerösteten Zwiebeln ließen sich so gut zur Feldarbeit transportieren. Dazu gab es dort immer frische Buttermilch zu trinken.

    Als Beilage eignet sich hervorragend frischer Grüner Salat, der mit frischem Zitronensaft und Zucker angemacht wurde.

 
Anm.: 1)  Der Speck sollte nicht zu mager sein. Man kann auch noch etwa fetten Speck gewürfelt zufügen. Die oben angegebene Speckmenge ist eine Mindestmenge – es darf also durchaus etwas mehr Speck sein. Die Buttermenge sollte dann reduziert werden.
2)  Am besten schmeckt richtiges Zwieblauch (ausgetriebenes Grün normaler Zwiebeln). Die heute im Handel erhältlichen Frühlingszwiebeln mit Lauch eignen sich aber auch. Sie sind aber nicht so kräftig im Geschmack wie Zwieblauch. Porree (Lauch) eignet sich nicht.
3)  Wer mag, kann dazu gut gekühlte Buttermilch trinken.
Quelle: Das Rezept ist ein altes Familienrezept. Es stammt von meiner Großmutter aus Woldenberg/Neumark.
Notiert: 26.7.1967.

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